
Alles begann mit einer finnischen Jacke. Der Lebensweg von Akira Minagawa, bekannt für sein Label minä perhonen, änderte sich für immer durch einen scheinbar unscheinbaren Kauf vor fast vier Jahrzehnten in Rovaniemi. Die Jacke, die er in einem örtlichen Geschäft fand, wurde für ihn zum Symbol für das Design, das er anstrebte: keine High Fashion, sondern hochwertige Handwerkskunst für den Alltag.

– Während ich allein durch die extrem kalten Städte Lapplands spazierte, berührte mich die Freundlichkeit der Menschen und ich lernte die Schönheit des Alltagsdesigns kennen, verrät Akira. Akiras Stil wird oft mit Worten wie romantisch, naiv und fantasievoll beschrieben. Akira selbst ordnet sich keinem bestimmten Stil unter – für ihn beginnt alles mit seinen eigenen Erinnerungen, die er zum Leben erwecken möchte. – Ich erschaffe Dinge mit dem Gefühl, die Fantasien in meinem Kopf durch meine Hände in die reale Welt zu bringen.
Jaana Hjelt, Miteigentümerin von Lapuan Kankurit, bewundert den japanischen Designer schon seit Jahren. – Sobald wir Verspieltheit als Thema für diesen Frühling gewählt hatten, kam mir minä perhonen in den Sinn. Sein Stil passt perfekt zu den fröhlichen und farbenfrohen Tönen – genau das, wovon die Welt momentan mehr gebrauchen könnte.
Akiras Entwürfe für Lapuan Kankurit, METSÄLAMPI und KESÄKUKKA, sind genau das: verspielte Designs voller Farbe und Freude. Das abstraktere der beiden, METSÄLAMPI („Waldteich“), das die finnische Landschaft mit ihren üppigen Wäldern, Bergen und Gewässern darstellt, entstand einen Tag vor seinem Besuch in Lapua.
– Aus irgendeinem Grund kam mir plötzlich das Bild eines Waldes und eines Sees in den Sinn, das in zwei Teile geteilt war, wobei gerade Linien die Bäume und geschwungene Linien das Wasser darstellten. Es war ein Zufall, dass dieses einfache Bild von Wasser, das aus einem Berg sprudelt, entstand, aber es war ein Moment, der mein Herz tanzen ließ.
Das wunderschöne KESÄKUKKA („Sommerblume“) ist ein Beweis für Akiras wunderbar lebhafte Fantasie. Das Design zeigt eine imaginäre Blume, die er malte, während er sie sich bildlich vorstellte, wie sie ungezwungen und glücklich in den Straßen Finnlands blüht.
„Ich erschaffe Dinge mit dem Gefühl, die Fantasien in meinem Kopf durch meine Hände in die reale Welt zu bringen.“
Akira Minagawa
Sowohl Akira als auch Jaana sind glücklich über die Zusammenarbeit.
– Gute Dinge können nicht entstehen, ohne dass man einander durch Empathie und Respekt vertraut. Das sind zwei wichtige Elemente, die es uns ermöglicht haben, schnell eine gemeinsame Basis zu finden und einander zu vertrauen. Das macht mich glücklich, sagt Akira. Jaanas Antwort spiegelt genau diese Gefühle wider.
– Wir haben sofort eine Seelenverwandtschaft gespürt, als wir sahen, mit welcher unglaublichen Leidenschaft er bei der Arbeit ist. Wie er selbst nach unserem ersten Treffen sagte: Es fühlt sich an, als wären wir schon seit langer Zeit Freunde, erzählt sie.
Viele Jahre sind vergangen seit Akiras erster, schicksalhafter Reise nach Finnland, die ihn auf einen Weg voller Auszeichnungen, gefeierter Kooperationen und weltweiten Ruhms führte. Und noch heute kann es passieren, dass man Akira in Finnland begegnet – vielleicht sogar, während er auf den Zug wartet, der ihn zurück nach Rovaniemi bringt. – Seit diesem ersten Besuch ist Finnland für mich wie ein Zuhause und ein Ort, an den ich immer zurückkehren kann, um zur Ruhe zu kommen.
Text: Jenna Suomela
Foto: minä perhonen / Katja Lösönen







