Dora Jung erschuf eine neue textile Sprache, die unsere Sinne noch heute berührt. Die finnische Textilkünstlerin entwarf zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren eine fabelhafte Kollektion von Tischdecken und Servietten für die Leinenfabrik Tampella. Es war schon lange unser Traum, die Produktion dieser einzigartigen Textilien in unserer Weberei in Lapua wieder aufzunehmen.
Dora Jung ist zweifellos eine der größten finnischen Designerinnen aller Zeiten – eine Pionierin der Damasttechnik und eine vielseitige Textilkünstlerin ohnegleichen. Ihre Leinentischdecken und Servietten, klassisch-elegant in Muster und Farbe, stellen auch nach all den Jahrzehnten noch immer einen Höhepunkt des finnischen Designs dar. Sie verdienen es, in skandinavischen Haushalten neu entdeckt zu werden und dort zu neuem Leben zu erwachen. Für die großartige Zusammenarbeit danken wir Renor Oy und der Familie von Dora Jung sowie dem Museumszentrum Vapriikki in Tampere, dem Hüter des Tampella-Designarchivs und Experten für das über ein halbes Jahrhundert umspannende Lebenswerk von Dora Jung. Wir haben nun endlich damit begonnen, Dora Jungs geliebte Textilklassiker neu zu weben – selbstverständlich streng nach ihren originalen Webzeichnungen und Anleitungen. Decken Sie Ihren Tisch mit den wunderschönen Entwürfen von Dora Jung oder machen Sie anderen mit diesen unvergesslichen Stücken ein besonderes Geschenk.
Esko Hjelt Weber in vierter Generation, Lapuan Kankurit Oy

Mutige Reformerin Dora Jung ist als Pionierin des Kunsthandwerks, Entwicklerin von Webtechniken und mutige Reformerin bekannt. Sie besaß ein einzigartiges Gespür für Ästhetik, Farben und Formen sowie eine vollendete Meisterschaft im Umgang mit feinsten Leinenqualitäten. Ihre modernen Entwürfe gewannen die bedeutendsten Auszeichnungen im In- und Ausland. So wurde sie 1951, 1954 und 1957 mit dem Grand Prix der Triennale von Mailand geehrt und erhielt 1980 das Komturkreuz des Ordens des Löwen von Finnland „für die Förderung des Industriedesigns in Finnland“.
„Sie (Ellen Silferberg) lehrte mich, dass man die Anleitungen in den Handbüchern für das Weben nicht wortwörtlich befolgen muss, sondern stattdessen nach den eigenen Vorlieben und Abneigungen weben kann. Dies ist das Prinzip, das ich in meiner Arbeit stets befolgt habe.“
Freude an schönen Alltagsgegenständen In ihrem tiefsten Inneren war Dora Jung eine Kunsthandwerkerin, für die die Arbeit mit Textilien ihr ganzes Leben bedeutete. Ihre Inspiration fand sie in der Vision, schöne Alltagsgegenstände in die gewöhnlichen finnischen Haushalte zu bringen.
Die in der aufwendigen Jacquard-Technik gefertigten Entwürfe für die Leinenfabrik Tampella kamen handgewebten Tischdecken, Servietten und Tischsets in ihrer Qualität fast gleich und jedes einzelne Stück wurde von der Künstlerin persönlich signiert. Ihr Stil, ihre Muster und Farben passen auch heute noch hervorragend zu jeder Tischdekoration, sowohl im Alltag als auch zu festlichen Anlässen.
Kaarna aus dem Jahr 1964, ein Muster, das die finnischen Kiefernwälder darstellt, ist ein glänzendes Beispiel für Dora Jungs zeitloses Design. Seine sorgfältig durchdachten Farben wirken auch im 21. Jahrhundert in skandinavischen Wohnräumen ganz hervorragend.
„Fantastisch, fantasievoll, emotional, exquisit“, schrieb ein dänisches Magazin über Dora Jungs Entwürfe, die im Frühjahr 1970 in einer Einzelausstellung im Det Danske Kunstindustrimuseet zu sehen waren.



100 Rosen für festliche Anlässe Dora Jungs bekannteste und beliebteste Damast-Tischdecke, 100 Roses, entstand 1962 als Auftragsarbeit für das 100-jährige Jubiläum des Kaufhauses Stockmann. Sie ist ein wertvoller Klassiker, der oft als Familienerbstück von Generation zu Generation – von der Mutter an die Tochter, vom Vater an den Sohn – weitergegeben wird.
100 Roses ist eine Tischdecke für die ganz besonderen Momente im Leben. Sie besticht durch ihren wunderschönen Glanz und eine einzigartige, dreidimensionale Haptik in ihrer Fülle an Rosenmotiven. Sie ist ein beliebtes Geschenk für Mütter, Brautpaare sowie zu Jubiläen oder Abschlussfeiern.
„Dora Jung bewies, dass man mit Fäden genauso gut malen kann wie mit Ölfarben.“
Kreativität und die Faszination des Fadens Dora Jung war bekannt für ihren kompromisslosen Ehrgeiz und den Anspruch, in ihrer Arbeit stets das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Sie war ständig auf der Suche nach neuen Wegen, ihre Ideen und Emotionen durch ihre Textilien auszudrücken. Dabei stellte sie die traditionellen Grenzen von Materialien und Webtechniken infrage und scheute sich nicht vor Herausforderungen, die unbezwingbar schienen. Die Suche nach neuen Lösungen war für sie eine lebenslange Inspirationsquelle.
„Die Herausforderungen und Möglichkeiten der Jacquard-Technik sind im Grunde noch dieselben wie vor fünfzig Jahren. Es war wirklich bereichernd, Dora Jungs Stoffe Faden für Faden zu studieren, und es hat meine Hochachtung vor ihr nur noch weiter gesteigert.“ – Esko Hjelt
Avantgarde: Beliebte Damast-Tischwäsche In ihrem eigenen Atelier entwarf Dora Jung auch kleinere Damast-Textilien für verschiedene Zwecke – für Ausstellungen, als Kunstwerke für das Zuhause oder als Tischwäsche für den Alltag. Zu ihren bekanntesten Entwürfen zählen Rose, Anemone und Princesses.
Wie in all ihren Arbeiten brach sie auch hier mit Traditionen und entwarf eine völlig neue Art von Leinen. Die Themen waren oft ihre persönlichen Favoriten: die Natur, Vögel und Blumen. Im Jahr 1961 entwarf Dora Jung die Anemone, ein kleines Tischtuch in raffinierten Farben im japanischen Stil. Die Anemone unterscheidet sich in ihrer Form von traditioneller Tischwäsche, da Dora Jung der Überzeugung war, dass ein quadratisches Tuch auf einem runden Tisch ästhetischer wirkt.
„My Horse“ – „Min häst“: Dora Jung signierte viele ihrer kleineren Tischdecken mit einem Zeichen, das einem Webstuhl ähnelte, und nannte dieses Symbol „her horse“ (ihr Pferd). Bei diesen kleinen Decken bildet ihre Signatur zusammen mit dem TL-Markenzeichen von Tampella einen wesentlichen Bestandteil des gesamten Designs. Bei ihren Textilkunstwerken webte sie ihre Signatur oder ihre Initialen oft direkt in den Stoff ein.
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Lily of the Valley – Ein Denkmal für Finnlands Unabhängigkeit Dora Jung entwarf dieses Tischtuch mit dem Motiv des Maiglöckchens – Finnlands Nationalblume – anlässlich des 50. Jahrestags der finnischen Unabhängigkeit im Jahr 1967. Aufgrund dieser Entstehungsgeschichte zählt Lily of the Valley heute zu den begehrtesten Schätzen für Sammler finnischen Designs.
Die Textilien von Dora Jung, die von Lapuan Kankurit gewebt werden, sind am LK-Zeichen zu erkennen. Selbstverständlich tragen die Stoffe auch Dora Jungs eigene Signatur: „My Horse“.


Play of Lines – Das Tischtuch, das Finnland weltberühmt machte Play of Lines, ein Werk, das für einen völlig neuen künstlerischen Ausdruck in der Textilkunst stand, brachte Dora Jung 1957 den international renommierten Grand Prix der Triennale von Mailand ein. Dieser Erfolg öffnete viele Türen, und Dora Jungs Name weckte weltweit das Interesse in Kunst- und Designkreisen.
Das Tischtuch Play of Lines, das vom finnischen Staat auch oft als offizielles Geschenk für Staatsgäste überreicht wurde, wird aus feinstem Leinen höchster Güte – Extra A – gewebt (während alle anderen Tischtücher aus Leinen der Qualität A gefertigt werden). Play of Lines war bereits bei seinem Erscheinen ein Klassiker und vertritt seit Jahrzehnten das finnische Kunsthandwerk in aller Welt. „Dora Jungs Grand Prix wird das wichtigste Sprungbrett für Finnland zu internationalem Erfolg und Weltruhm sein“, erklärte der italienische Minister Lombardo bei der Preisverleihung im Jahr 1958.
„Das Tischtuch Play of Lines verbindet ein exquisites künstlerisches Gespür mit einer exzellenten technischen Web-Leistung.“ – Ilmari Tapiovaara, 1957
Zusammenarbeit, Lebensweise, Lebensfreude Trotz ihres internationalen Erfolgs blieb Dora Jung eine bescheidene Künstlerin, die ganz ihrer Arbeit hingegeben war. Gemeinsam mit Größen wie Alvar Aalto, Ilmari Tapiovaara und Timo Sarpaneva trug sie dazu bei, finnisches Design zu Weltruhm zu führen. Wenn sie Auszeichnungen und Lob für ihr Werk erhielt, hob sie stets die Handwerkskunst ihrer Weberinnen und die enge Zusammenarbeit mit ihnen hervor.
„Man muss die Seele eines Handwerkers besitzen.“
Eine Kunsthandwerkerin mit tiefem Verständnis für Technik und Maschinen Ob es sich um die einzigartigen Damasttischdecken ihres eigenen Webateliers oder um Entwürfe für die Leinenfabrik handelte – Dora Jung schuf ihre neuen Designs, indem sie sich zuerst auf das Material und die Webtechnik konzentrierte und erst danach auf Formen und Farben.
Während ihres 50-jährigen Schaffens entwarf Dora Jung eine enorme Fülle an Textilien für den privaten Wohnbereich, für Kirchen und öffentliche Gebäude. Jedes einzelne Stück entstand durch langsames Voranschreiten – Faden für Faden, Zentimeter für Zentimeter – wobei sie jedes kleinste Detail sorgfältig abwog und prüfte.
„Es bedarf jahrelanger Übung und Erfahrung. Man muss begreifen, dass jeder einzelne Faden wichtig ist.“

Dora Jungs Erbe lebt weiter Dora Jung ging niemals in den Ruhestand. Ihr letzter Entwurf war eine umfangreiche Kollektion von Altarleinen für die Kirchengemeinde Olari in Espoo. Diese Arbeit blieb unvollendet, als die 74-jährige Künstlerin im Jahr 1980 unerwartet verstarb. Die Saga des fast 50 Jahre bestehenden Webateliers in der Korkeavuorenkatu in Helsinki fand im Frühjahr 1981 ihr Ende – und zur gleichen Zeit endete auch das Weben von Leinen bei Tampella.
Heute, drei Jahrzehnte später, werden Dora Jungs fabelhafte und exquisite Leinantextilien in der Weberei von Lapuan Kankurit zu neuem Leben erweckt – für ein schöneres Zuhause für uns alle.
Dora Jung (16.10.1906–19.12.1980)
- Studium in der Abteilung für Textildesign an der Zentralen Schule für Kunst und Handwerk
- 1929–1932
- Webatelier in Helsinki von 1932 bis 1980
- Kunstlehrerin an einer Berufsfachschule für Mädchen in Helsinki, 1935–1945
- Designerin für Tampella Oy von 1956 bis 1972, wo sie die Damast-Kollektion erneuerte
- Entwarf Textilien für den Wohnbereich sowie kirchliche Textilien
- und Textilkunstwerke für den öffentlichen Raum
- Grand Prix der Triennale von Mailand in den Jahren 1951, 1954 und 1957; Bronzemedaille 1933
- Pro Finlandia Award, 1955
- Ford Leader Grant, 1958
- Prince Eugen Medal, Sweden, 1961
- Cotil Award, Denmark, 1963
- Scandinavian Arts and Crafts Award, Handelsbank Fond, Kopenhagen, Dänemark, 1972
- Honorary Royal Designer for Industry, 1979 (The Royal Society for
- the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce, RSA)
- Commander of the Order of the Lion of Finland, 1980
- Zahlreiche Ausstellungen sowohl in Finnland als auch international
