Die Vergangenheit achten, die Zukunft weben

In den fünfzig Jahren ihrer Geschäftstätigkeit hat sich für Lapuan Kankurit viel verändert. Und doch ist für den Inhaber Esko Hjelt vieles genau so geblieben, wie es schon immer war. – Das textile Erbe unserer Familie begann, als Juho Annala 1917 in Lapua eine Filzstiefelfabrik gründete. Sein Enkel, Juha Hjelt, rief 1973 zusammen mit seiner Frau Liisa seine eigene Weberei ins Leben und nannte sie Lapuan Kankurit.

Das Kerngeschäftskonzept ist seitdem dasselbe geblieben. Bis heute nutzen wir dieselben Techniken, um traditionelle Jacquard-Gewebe herzustellen. Wir sind ein Familienunternehmen mit entsprechenden Werten, und der Begriff Familie schließt auch unsere Mitarbeiter mit ein. Wir konzentrieren uns auf eine Produktion in menschlichem Maßstab, damit die gesamte Kette rückverfolgbar ist und so wenig wie möglich verschwendet wird. Juha erkannte, dass die Massenproduktion in Finnland kaum eine Zukunft hatte, und gründete Lapuan Kankurit mit dem Fokus auf besondere Artikel in kleineren Mengen. Das ist auch heute noch unsere Arbeitsweise.

Technologische Durchbrüche haben zu Verbesserungen bei der Produktionseffizienz und der Qualität geführt. Vor der Elektrifizierung benötigten Jacquard-Webmaschinen Lochkarten aus Papier, um ein gewünschtes Muster zu erzeugen. Größere Muster erforderten mehr Papier, was mit erheblichen Größenbeschränkungen verbunden war. Heutzutage werden Muster mithilfe von Computern entworfen und umgesetzt, was nahezu grenzenlose Größen, Muster und Farbkombinationen ermöglicht. Auch die Qualitätskontrolle der Stoffe wurde durch den technologischen Fortschritt perfektioniert.

Als stetige Wegbereiter haben sich die Visionäre von Lapuan Kankurit nicht damit begnügt, lediglich Altes zu verbessern. Sie sind auch in neu entdeckte Kompetenzbereiche vorgestoßen – oder treffender gesagt: in Bereiche, die neu entdeckt wurden. – Wir unternehmen Schritte, um Pflanzenfarben in unseren Produktionszyklus zu integrieren, und haben massiv in den Aufbau unserer eigenen Veredelungsanlage und Spinnerei für finnische Schafwollprodukte investiert. Viele dieser Handwerke und dieses Know-how waren für eine gewisse Zeit völlig aus Finnland verschwunden. Unser Ziel ist es, diese Traditionen nicht nur wieder zum Leben zu erwecken, sondern sie mit entwickelten Techniken und modernsten Maschinen in das 21. Jahrhundert zu führen, sagt Jaana Hjelt.

Obwohl das Herz von Lapuan Kankurit seit der Zeit von Juha Hjelt dasselbe geblieben ist, hat jede neue Generation etwas Neues eingebracht. – Juha und Liisa hatten ihre eigenen Träume für das Unternehmen. Für Esko und Jaana besteht der heutige Traum darin, die Zukunft in den Fokus zu rücken: Was wir für künftige Generationen hinterlassen, was nötig ist, um unsere Arbeit auch morgen fortzuführen, und wie wir dies im Einklang mit der Umwelt tun können.


Wir nehmen Themen wie Verantwortung, Kreislaufwirtschaft, Regionalität und die Beschaffung von Materialien sehr ernst. Deshalb investieren wir in Dinge wie finnische Schafwolle, Pflanzenfarben und Ausbildung – all das sind Investitionen in die Zukunft. Vielleicht sehen wir durch diese Maßnahmen keine kurzfristigen Gewinne, aber hoffentlich werden die Ergebnisse in 10 oder 20 Jahren für sich selbst sprechen.